Kloster Clonmacnoise

 

( Klosterruine im County Offaly )

 

Das geistliche und geistige Zentrum Irlands liegt im County Ofally, in der Provinz Lennister. Im 6. Jahrhundert baute hier der Zimmermann Ciarán, dem man eine besondere Verbindung mit der Natur nachsagt, das Kloster direkt am Fluss Shannon.

Legenden zu Folge trug ihm ein Fuchs den Psalter und ein Hirsch stellte sein Geweih als Buchständer zur Verfügung. Das Kloster wuchs stetig, bis ins 16. Jahrhundert, allerdings wurde es immer wieder geplündert, da die Lage direkt am Fluss und zahlreichen Wegkreuzungen sehr dazu einlud.

Man kann das Kloster natürlich mit dem Auto erreichen, wer allerdings bleibende Erinnerungen schaffen möchte der kann auch mit dem Boot dorthin gelangen, etwa von Athlone aus. So bekommt man einen Eindruck vom modernen Irland, schaukelt dann mit dem Boot durch die saftig grünen Wiesen von Westmeath und findet sich schließlich in den Ruinen des 16. Jahrhunderts wieder.

Seit im Jahre 1552 die englischen Besatzer kamen und alles von Wert an sich nahmen, ist das Kloster entgültig verlassen. Neben der Kirche und einer Kathedrale wurden durch die Jahrhunderte noch sechs weitere Tempel erbaut, welche das Gelände zieren, wobei keiner besonders heraussticht. Außerdem ist der Platz übersät mit Grabplatten und Kreuzen. Eine besondere Bedeutung kommt den drei Hochkreuzen von Clonmacnoise zu, vor allem dem vier Meter hohem „Cross oft he Scriptures“, welche mit Ornamenten und geometrischen Figuren geschmückt sind. Die meisten Häuser wurden während der Angriffe von außen zerstört und eingeäschert. Die Kathedrale Daimhliag Mor wurde im Jahr 904 von Staat und Kirche, auf Befehl des damals regierenden Königs Flann erbaut und dient als Ruhestätte des letzten Hochkönigs von Irland, Roderick O‘ Connor, welcher 1189 starb. Im Skriptorium der Kathedrale wurden viele wichtige irische Schriften verfasst, wie zum Beispiel die Annalen des Abtes Tigernach (1088) und das „Book of the Dun Cow“ (1106).
Wenn man sich die überwucherten Ruinen heute ansieht, fällt es nicht schwer sich vorzustellen wie belebt das Kloster einst war und sich die emsigen Mönche und Künstler vorzustellen, welche hier unzählige Manuskripte in den Stein meißelten. Im 11. Jahrhundert lebten und arbeiteten rund 1500 – 2000 Menschen in Clonmacnoise und Gelehrte aus ganz Europa wurden hier empfangen. Das Kloster ist sogar so wichtig für das christliche Erbe Irlands, dass man sagt Ciáran wäre nach seinem Tod zurück gekehrt, um Plünderer in die Flucht zu schlagen, mit einem goldenen Stab. Auch Papst Johannes Paul II. hielt die religiöse Stätte für so wichtig, dass er ihr im Jahre 1979 während seines Besuches in Irland einen Besuch abstattete.
Ob sie nun ein religiöser Fanatiker sind oder nicht, die Ruinen vom Kloster Clonmacnoise sind es wert gesehen zu werden und sind bei einer Irlandbesichtigung unabdingbar, schauen Sie sich erst die etwas moderne Stadt Athlone im Norden an und setzten Ihren Weg über die Ruinen fort – Sie werden es nicht bereuen.