Dunguaire Castel

 

Kein Besuch in Irland ist vollkommen ohne einen Besuch einer der vielen berühmten historischen Schlösser. Manche sind märchenhaft, haben wahren Charme und Charakter, wohingegen es in anderen spuken soll. Irlands Schlösser stecken voll von Geschichte und es gibt kaum einen besseren Weg um sich vorzustellen, wie das Leben früher einmal war.

Im Süden des County Galway, in der Nähe der Stadt Kinvara steht das Dunguaire Castle. Es ist benannt nach dem alten Dun des Königs Guaire von Connacht, wessen Hauptsitz ganz in der Nähe war. Die heutige Burg wurde allerdings im Jahre 1520 vom O’Hynes – Clan erbaut. Das Dunguaire Castle war nie eine Burg im ursprünglichen Sinn, sondern eines der Gutshäuser, sogenannte „Tower-Häuser“, die von wohlhabenderen Familien zwischen dem 15. Und dem 17. Jahrhundert erbaut wurden. Damals diente die Festung als Rückzugsort für viele literarische Größen, unter anderem für Edward Martin und John Millington, sowie für die Nobelpreisträger William Buttler Yeats und George Bernard Shaw. Das Schloss liegt an dem Galway Bay und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals restauriert, zum Beispiel 1954 von Lady Ampthill, welche es dann 1972 wieder verkaufte. Heute ist es im Besitz von Shannon Heritage. Von innen bietet es einen dunklen, hölzernen Anblick. Beinahe mystische Stimmung kommt auf, wenn die Kronleuchter und Kerzenhalter abends ihr Licht werfen. Interessant sind auch Wandteppiche und Stickereien oder Wappen und Schilder aus der damaligen Zeit, die noch vorhanden sind. Seit dem Jahre 1966 kann man es sich als Besucher anschauen, außerdem wird es von Mitte April bis Mitte Oktober jeden Jahres als Veranstaltungsort für mittelalterliche Bankette benutzt, wo Gäste sich mit einem vier-Gänge-Menü und feinen Weinen verwöhnen lassen und sich nebenbei von alten Liedern und Gedichten, natürlich bevorzugt von Yeats, Shaw, Millington und Martin, unterhalten lassen können. Typische Speisen dort sind zum Beispiel geräucherter Lachs mit traditionellem Soda-Brot, Kartoffelsuppe, Hähnchen mit cremiger Pilzsauce mit frischem Gemüse der Saison oder etwa die vegetarische Variante: Gemüsepfanne mit Reis. Reservierungen hier sind unumgänglich und kosten bis zu über 50€, je nachdem welcher Event dort gerade stattfindet. 1979 bildete das Schloss sogar die Kulisse zum Actionfilm „Sprengkommando Atlantik“.

 

Wenn Sie schon in der Grafschaft Galway unterwegs sind, gibt es sicherlich noch anderes zu entdeckten, wie zum Beispiel die vielen Klöster und Kathedralen. Es gibt außerdem viele Anglerziele dort wie den Lough Mask und den Lough Corrib. In der winzigen Stadt Kinvara finden zusätzlich zwei Festivals pro Jahr statt, einmal das „Chuckoo“ – Festival Anfang Mai und das etwas größere und länger dauernde „Gathering of the boats“ – Festival im August, wobei das alte Seglerhandwerk der Galway Hooker gefeiert wird. Mit diesem Schiffstyp wurde damals viel Handel betrieben, insbesondere um Torf, welcher als Energiequelle genutzt wurde, zu importieren und im Gegenzug Gerste, Holz und Kalk zu exportieren.